Migräne Anzeichen frühzeitig erkennen

7. April 2021


Die ersten Anzeichen einer Migräneattacke können wertvolle Hinweise für Sie sein. Reagieren Sie darauf, können Sie sich großes Leiden ersparen. Sie können die Intensität und Dauer einer Migräneattacke verringern oder sie sogar ganz verhindern. Erfahren Sie, wie Sie Anzeichen einer bevorstehenden Migräneattacke erkennen und angemessen damit umgehen. 

Phasen einer Migräneattacke

Der immense Leidensdruck von Migränepatienten entsteht durch die starken Kopfschmerzen während der Migräneattacke. Über diese Schmerzen wird am meisten gesprochen und so kann schnell der Eindruck entstehen, dass es sich bei einer Migräneattacke rein um diese Schmerzphase handelt. 

Dem ist aber nicht so! 

Eine Migräneattacke läuft in mehreren Phasen ab und die Schmerzphase ist dabei erst die dritte von vier Phasen. 

Migräne Phasen

Frühsymptome

In der sogenannten Prodromalphase treten die ersten Anzeichen für eine Migräneattacke auf. Stunden und manchmal sogar Tage vor den Kopfschmerzen kündigen Symptome wie Erschöpfung oder Heißhunger die nahende Attacke an. 

Viele Migränepatienten nehmen diese Vorboten der Migräneattacke gar nicht wahr. Dabei kann das regelmäßige Führen eines Kopfschmerzkalenders helfen, die eigenen Frühsymptome besser zu erkennen. Denn oft wird der Zusammenhang erst im Nachhinein ersichtlich. 

Auraphase

Ebenfalls noch vor der Schmerzphase kann die sogenannte Aura eintreten. Mit der Aura sind neurologische Ausfallsymptome gemeint, die 30 bis 60 Minuten vor den Kopfschmerzen auftreten. Symptome wie Lichtblitze oder Sprachstörungen werden von ungefähr 10% aller Migränepatienten erlebtMit dem Eintreten der Kopfschmerzen verschwinden die temporären Symptome wieder.

Schmerzphase

Auf die Prodromal- und Auraphase folgt die Schmerzphase mit intensiven, meist einseitigen Kopfschmerzen. Diese Phase kennen Migränepatienten nur zu gut. Die Schmerzphase dauert in der Regel zwischen 4 und 72 Stunden an bevor die Kopfschmerzen von selbst abklingen.

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Migräne behandeln

Migräne Behandlung besteht nicht nur aus Medikamenten! Lesen Sie nach, was Sie tun können, um Schmerzen zu lindern und Migräneattacken vorzubeugen! 

Postdromalphase

Nach den Kopfschmerzen bleibt häufig eine starke Erschöpfung zurück. Viele Migränepatienten berichten von leichten Kopfschmerzen und Müdigkeit. Bis zu 2 Tage können die Symptome der Postdromalphase andauern. 

Wie Sie sehen ist die Migräneattacke mehr als nur der akute Schmerz. Um rechtzeitig auf Ihre Kopfschmerzen reagieren zu können, ist es wichtig, dass Sie Ihre Frühsymptome erkennen. 

Frühsymptome sind keine Auslöser der Migräneattacke!

Häufig werden Frühsymptome als Auslöser einer Migräneattacke verstanden. Dabei sollten Sie die ersten Anzeichen einer Migräneattacke eher als Beiprodukt ansehen. Neurologen gehen davon aus, dass die Symptome der Prodromalphase ein Zeichen der Hyperaktivität des Hypothalamus sind. Und die Hyperaktivität im Hypothalamus ist der eigentliche Auslöser der Migräneattacke. 

Frühsymptome sind keine Auslöser der Migräneattacke!

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Anzeichen für eine Migräneattacke

Die ersten Anzeichen einer Migräneattacke können schon Tage vorher auftreten. Oft sind es Symptome, die auch im Alltag auftreten. Aber als Verkünder der drohenden Migräneattacke sind sie deutlich stärker ausgeprägt.

Die Frühsymptome sehen von Mensch zu Mensch unterschiedlich aus. Nutzen Sie die Übersichten, um für sich selbst zu überprüfen, welche dieser Frühsymptome bei Ihnen auftreten. 

Plussymptome

Als Plussymptome werden die Anzeichen bezeichnet, bei denen Sie eine gesteigerte Reaktion oder Aktivität haben. 

Plussymptome

  • Rastlosigkeit
  • Euphorie
  • Kreativität
  • Schwung
  • viel Antrieb
  • Reizbarkeit

Minussymptome

Mit Minussymptomen sind verringerte Reaktionen oder Empfindungen gemeint, die vor einer Migräneattacke auftreten können. 

Minussymptome

  • Depressivität
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen
  • Energielosigkeit
  • Denkverlangsamung

Vegetative Symptome

Die vegetativen Symptome beschreiben körperliche Auffälligkeiten, die häufig von Migränepatienten vor der Schmerzphase erlebt werden. 

Vegetative Symptome

  • Heißhunger
  • Gähnen
  • Frieren
  • Schwitzen
  • Empfindlichkeit der  Sinnesorgane
  • Vermehrter Harndrang
  • Nackenverspannungen

Überprüfen Sie für sich selbst: Welches sind Ihre Frühsymptome, die vor einer Migräneattacke auftreten? 

Umgang mit den Frühsymptomen

Die Frühsymptome sind eine Art Vorbote der kommenden Schmerzphase. Sie sind wichtige Hinweise für Sie und ermöglichen es Ihnen, rechtzeitig auf die Migräneattacke zu reagieren. 

Eine frühe Intervention kann sowohl die Stärke als auch die Dauer der Migräneattacke günstig beeinflussen. Außerdem ist ein Wiederkehrkopfschmerz nach der Attacke unwahrscheinlicher wenn Sie frühzeitig reagieren. 

Migräne Anzeichen als Chance

Medikamentöse Strategien

Mediziner raten: Nehmen Sie das, was effektiv wirkt, so früh wie möglich!

Viele Betroffene nehmen zunächst ein anderes Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen oder ASS) und greifen erst bei stärkeren Kopfschmerzen zu Triptanen. In einer groß angelegten Studie hat sich gezeigt, dass diese Strategie weniger effektiv ist als direkt Triptane einzunehmen. Daher wird geraten, auch schon bei milden Kopfschmerzen zum Triptan zu greifen

Haben Sie also Ihre Frühsymptome wahrgenommen, sollten Sie bei den sich anschließenden Kopfschmerzen nicht zögern, direkt das oft wirksamere Triptan zu nehmen. 

[Quelle: Lipton et al. (2000). Stratified care vs. step care strategies for migraine: the Disability in Strategies of Care (DISC) Study: A randomized trial]

Nehmen Sie keine Triptane ein,
solange Sie noch keine Kopfschmerzen haben! 

Es ist wichtig, dass Sie hier nicht voreilig handeln. Triptane sollten nicht prophylaktisch eingenommen werden sondern immer erst mit Beginn der Kopfschmerzen.

Nicht-medikamentöse Strategien

Der Vorteil der nicht-medikamentösen Strategien liegt darin, dass Sie diese bereits vor dem Eintritt der Kopfschmerzen anwenden können. 

Ein möglicher Umgang mit den ersten Anzeichen der Migräneattacke kann die Reizabschirmung sein. So können Sie intensive Reize wie grelles Licht oder störenden Lärm vermeiden. Mit Entspannungsmethoden oder Imaginationsübungen gelingt es manchen Migränepatienten eine Migräneattacke abzuwenden oder abzumildern. 

Wichtig ist, dass Sie nicht in Panik verfallen! Sie haben mit dem Erkennen der Frühsymptome die Möglichkeit, rechtzeitig zu reagieren. Sie sind damit im Vorteil! Machen Sie sich bewusst, dass Sie der Migräne nicht hilflos ausgeliefert sind. Ihr Körper sendet Ihnen Signale und Sie können durch Ihre Reaktion darauf die Schwere und Dauer der Migräneattacke beeinflussen. 

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Über die Autorin

Franziska Bartels

Als Psychologin und Psychotherapeutin verstehe ich mich als Wegbegleiterin. Ich begleite Sie dabei, wieder mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit im Alltag zu haben. 

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