Mit Migräne zum Arzt: Gut vorbereitet ins Gespräch!

23. März 2021


Migräne kann man nicht messen. Deswegen ist das Gespräch mit Ihrem Arzt der wichtigste Schritt um die Migräne Diagnose abzuklären. Erst auf Grundlage einer korrekten Diagnose kann der Arzt mit Ihnen zusammen die passende Behandlung erstellen.

Es lohnt sich also, Ihr Gespräch mit dem Arzt gut vorzubereiten. Und genau dabei möchte ich Ihnen helfen!

Ein kurzer Überblick: Migräne Diagnostik

Die Migräne Diagnose muss immer von einem Arzt gestellt werden. Dabei gibt es zwei elementare Bausteine, die Teil jeder Diagnostik sein sollten:

  • Kopfschmerzanamnese (Ihre Krankheitsgeschichte)
  • Körperliche und neurologische Untersuchung
  • selten: zusätzliche Untersuchungen wie CT, EEG oder MRT

Während der Kopfschmerzanamnese wird Ihnen Ihr Arzt viele Fragen stellen, auf die Sie sich schon vorher gut vorbereiten können. 

CHECKLISTE für Ihr Arztgespräch

Stellen Sie sicher, dass Sie nichts Wichtiges vergessen! Gehen Sie mit der Checkliste perfekt vorbereitet ins Gespräch.

Laden Sie sich die kostenlose Checkliste herunter. 

Diese Fragen könnte Ihr Arzt stellen

Auf der Grundlage Ihrer Informationen zu Ihren Beschwerden wird der Arzt eine Einschätzung treffen, worunter Sie leiden. Umso wichtiger ist es, dass Sie konkrete Angaben zu Ihren Kopfschmerzen machen können. 

Hier finden Sie eine Liste der Fragen, die Ihnen der Arzt bezüglich Ihrer Kopfschmerzen stellen könnte.

Fragen bezüglich Häufigkeit und Dauer der Kopfschmerzen

  • An wie vielen Tagen im Monat leiden Sie unter Kopfschmerzen?
  • Wie lange halten die Kopfschmerzen an? 
  • Treten die Kopfschmerzen zu bestimmten Tageszeiten auf?

Fragen bezüglich der Art Ihrer Kopfschmerzen

  • Wo tritt der Schmerz auf? 
  • Wie fühlt sich der Schmerz an?
  • Gibt es Begleitsymptome der Kopfschmerzen? (Übelkeit, Lichtempfindlichkeit...)

Fragen bezüglich der Ursachen Ihrer Kopfschmerzen

  • Gibt es Anzeichen für Ihre Kopfschmerzen?
  • Sind Familienmitglieder ebenfalls von regelmäßigen Kopfschmerzen betroffen?
  • Wann traten die Kopfschmerzen das erste Mal auf? 

Fragen bezügliches Ihres Umgangs mit den Kopfschmerzen

  • Was waren bisherige Behandlungsversuche? (Medikamente, sonstige Therapien)
  • Welche Einschränkungen haben Sie aufgrund Ihrer Kopfschmerzen?
  • Können Schmerzmittel die Schmerzen lindern?

Allgemeine Fragen zu Ihrer Gesundheit

  • Haben Sie andere Erkrankungen oder nehmen Sie regelmäßig Medikamente?
  • Wie viel Stress erleben Sie in Ihrem Alltag?
  • Wie erholsam ist Ihr Schlaf? 

Machen Sie Notizen!

Überlegen Sie sich nicht nur Ihre Antworten auf die oben genannten Fragen. Schreiben Sie sich auch Ihre Fragen an den Arzt auf! Oft vergisst man vor lauter Aufregung die eigenen Fragen. Beugen Sie dem vor, indem Sie sich ihre Fragen schon vor dem Gespräch notieren.

Um die Fragen zu Häufigkeit und Dauer Ihrer Kopfschmerzen möglichst genau beantworten zu können, sollten Sie über mindestens zwei Wochen einen Kopfschmerzkalender führen. Darin werden Begleitsymptome abgefragt, aber auch Angaben zur Häufigkeit und Dosierung von Schmerzmitteln gemacht.

Im Nachhinein unterschätzen Menschen oft die Häufigkeit von Kopfschmerzen oder auch der Einnahme von Schmerztabletten. Nutzen Sie daher den Kopfschmerzkalender als Vorbereitung für das Arztgespräch. 

Machen Sie sich auch während des Gesprächs Notizen. So können Sie bei unklaren Punkten nachhaken. Und vor allem haben Sie eine Erinnerungshilfe nach dem Gespräch.

Welcher Arzt bei Migräne?

In den meisten Fällen ist der Hausarzt erster Ansprechpartner bei Beschwerden. Da es sich bei der Migräne um eine neurologische Erkrankung handelt, ist der Spezialist für die Migräne der Neurologe. 

Neben den Hausärzten und Neurologen gibt es zudem Schmerztherapeuten, die auf die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen spezialisiert sind. 

Einen Migräne Spezialisten finden

Deutschlandweit gibt es viele Ärzte und Therapeuten, die sich auf die Diagnostik und Behandlung von Migräne spezialisiert haben. 

Auf der Website der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) finden Sie eine Liste von zertifizierten Kopfschmerzexperten in ganz Deutschland:

Außerdem gibt es eine Übersicht über Kopfschmerzkliniken und auch -ambulanzen:

Lassen Sie sich nicht verunsichern

Einer der Hauptgründe, warum die Migräne Diagnose oft erst sehr spät gestellt wird, ist, dass viele Betroffene die Symptome runterspielen. Sie wollen vor dem behandelnden Arzt nicht jammern oder klagen und berichten daher nicht das volle Ausmaß ihrer Schmerzen und der damit einhergehenden Einschränkungen. 

Andere nehmen meine Beschwerden nicht ernst

Häufig werden die Beschwerden von Migränebetroffenen von anderen in ihrem Umfeld nicht ernst genommen. Wie schlimm können schon Kopfschmerzen sein?!

Lassen Sie sich dadurch nicht einschüchtern! Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft hat klare Empfehlungen definiert, wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten. 

Suchen Sie einen Arzt auf wenn:

  • Ihre Kopfschmerzen regelmäßig auftreten
  • die Kopfschmerzen immer häufiger werden
  • Schmerzmittel kaum Linderung bringen
  • Sie mehr als 10 Schmerzmittel im Monat einnehmen

Empfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft
[https://www.dmkg.de/kopfschmerz-onlinebroschuere]

Mein Arzt nimmt mich nicht ernst

Eine weitere Sorge von Kopfschmerzpatienten kann sein, dass ihre Beschwerden von ihrem behandelnden Arzt nicht ernst genommen werden. Es hilft, wenn Sie Ihre Beschwerden und Symptome regelmäßig in einem Kopfschmerzkalender dokumentieren. So können Sie Ihrem Behandler Ihre Kopfschmerzen möglichst konkret schildern. 

Sollten Sie dennoch das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden, können Sie sich immer eine zweite Meinung einholen oder einen Spezialisten konsultieren.

Ich habe Angst vor einer schwerwiegenden Diagnose

Es ist verständlich, dass Sie durch wiederkehrende Beschwerden oder neu auftretende Symptome verunsichert werden. Je früher Sie wissen, worum es sich bei Ihren Beschwerden handelt, um so schneller kann Ihr Leiden verringert werden. Und Sie müssen sich nicht mehr so viele Sorgen um die unbekannten Symptome machen!

Ich weiß nicht, was alles auf mich zukommen wird

Informieren Sie sich im Vorfeld, wie die Diagnostik einer Migräne abläuft. Das wird Ihnen etwas mehr Ruhe verschaffen. Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch vor - mehr können Sie nicht tun! Nutzen Sie dafür gern meine Checkliste.

CHECKLISTE für Ihr Arztgespräch

Stellen Sie sicher, dass Sie nichts Wichtiges vergessen! Gehen Sie mit der Checkliste perfekt vorbereitet ins Gespräch.

Laden Sie sich die kostenlose Checkliste herunter. 


Über die Autorin

Franziska Bartels

Als Psychologin und Psychotherapeutin verstehe ich mich als Wegbegleiterin. Ich begleite Sie dabei, wieder mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit im Alltag zu haben. 

das könnte sie auch interessieren

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
Migräne-Tipps im Newsletter

Erhalten Sie meinen Newsletter und Tipps für ein Leben mit weniger Migräne. 

>