Migräne kann man nicht messen. Deswegen ist das Gespräch mit deinem Arzt der wichtigste Schritt um die Migräne Diagnose abzuklären. Erst auf Grundlage einer korrekten Diagnose kann der Arzt mit dir zusammen die passende Behandlung erstellen.
Es lohnt sich also, dein Gespräch mit dem Arzt gut vorzubereiten. Und genau dabei möchte ich dir helfen!
Ein kurzer Überblick: Migräne Diagnostik
Die Migräne Diagnose muss immer von einem Arzt gestellt werden. Dabei gibt es zwei elementare Bausteine, die Teil jeder Diagnostik sein sollten:
Während der Kopfschmerzanamnese wird dir der Arzt viele Fragen stellen, auf die du dich schon vorher gut vorbereiten kannst.
Diese Fragen könnte dein Arzt stellen
Auf der Grundlage der Informationen zu deinen Beschwerden wird der Arzt eine Einschätzung treffen, worunter du leidest. Umso wichtiger ist es, dass du konkrete Angaben zu deinen Kopfschmerzen machen kannst.
Hier findest du eine Liste der Fragen, die dir der Arzt bezüglich deiner Kopfschmerzen stellen könnte.
Fragen bezüglich Häufigkeit und Dauer der Kopfschmerzen
Fragen bezüglich der Art Ihrer Kopfschmerzen
Fragen bezüglich der Ursachen deiner Kopfschmerzen
Fragen bezügliches deines Umgangs mit den Kopfschmerzen
Allgemeine Fragen zu deiner Gesundheit
Mach dir Notizen!
Überlege dir nicht nur deine Antworten auf die oben genannten Fragen. Schreibe dir auch deine Fragen an den Arzt auf! Oft vergisst man vor lauter Aufregung die eigenen Fragen. Beuge dem vor, indem du deine Fragen schon vor dem Gespräch notierst.
Um die Fragen zu Häufigkeit und Dauer deiner Kopfschmerzen möglichst genau beantworten zu können, solltest du über mindestens zwei Wochen einen Kopfschmerzkalender führen. Darin werden Begleitsymptome abgefragt, aber auch Angaben zur Häufigkeit und Dosierung von Schmerzmitteln gemacht.
Im Nachhinein unterschätzen Menschen oft die Häufigkeit von Kopfschmerzen oder auch der Einnahme von Schmerztabletten. Nutze daher den Kopfschmerzkalender als Vorbereitung für das Arztgespräch.
Mach dir auch während des Gesprächs Notizen. So kannst du bei unklaren Punkten nachhaken. Und vor allem hast du eine Erinnerungshilfe nach dem Gespräch.
Welcher Arzt bei Migräne?
In den meisten Fällen ist der Hausarzt erster Ansprechpartner bei Beschwerden. Da es sich bei der Migräne um eine neurologische Erkrankung handelt, ist der Spezialist für die Migräne der Neurologe.
Neben den Hausärzten und Neurologen gibt es zudem Schmerztherapeuten, die auf die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen spezialisiert sind.
Einen Migräne Spezialisten finden
Deutschlandweit gibt es viele Ärzte und Therapeuten, die sich auf die Diagnostik und Behandlung von Migräne spezialisiert haben.
Auf der Website der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) findest du eine Liste von zertifizierten Kopfschmerzexperten in ganz Deutschland:
Außerdem gibt es eine Übersicht über Kopfschmerzkliniken und auch -ambulanzen:
Lass dich nicht verunsichern
Einer der Hauptgründe, warum die Migräne Diagnose oft erst sehr spät gestellt wird, ist, dass viele Betroffene die Symptome runterspielen. Sie wollen vor dem behandelnden Arzt nicht jammern oder klagen und berichten daher nicht das volle Ausmaß ihrer Schmerzen und der damit einhergehenden Einschränkungen.
Andere nehmen meine Beschwerden nicht ernst
Häufig werden die Beschwerden von Migränebetroffenen von anderen in ihrem Umfeld nicht ernst genommen. Wie schlimm können schon Kopfschmerzen sein?!
Lass dich dadurch nicht einschüchtern! Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft hat klare Empfehlungen definiert, wann du einen Arzt aufsuchen solltest.
Suche einen Arzt auf wenn:
Empfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft
[https://www.dmkg.de/kopfschmerz-onlinebroschuere]
Mein Arzt nimmt mich nicht ernst
Eine weitere Sorge von Kopfschmerzpatienten kann sein, dass ihre Beschwerden von ihrem behandelnden Arzt nicht ernst genommen werden. Es hilft, wenn du deine Beschwerden und Symptome regelmäßig in einem Kopfschmerzkalender dokumentierst. So kannst du deinem Behandler deine Kopfschmerzen möglichst konkret schildern.
Solltest du dennoch das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden, kannst du dir immer eine zweite Meinung einholen oder einen Spezialisten konsultieren.
Ich habe Angst vor einer schwerwiegenden Diagnose
Es ist verständlich, dass du durch wiederkehrende Beschwerden oder neu auftretende Symptome verunsichert wirst. Je früher du weißt, worum es sich bei deinen Beschwerden handelt, um so schneller kann dein Leiden verringert werden. Und du musst dir nicht mehr so viele Sorgen um die unbekannten Symptome machen!
Ich weiß nicht, was alles auf mich zukommen wird
Informiere dich im Vorfeld, wie die Diagnostik einer Migräne abläuft. Das wird dir etwas mehr Ruhe verschaffen. Bereite dich gut auf das Gespräch vor - mehr kannst du nicht tun! Nutze dafür gern meine Checkliste.