Migräne Diagnose: Ablauf und Untersuchungen

23. März 2021


Die Migräne Diagnose wird bei vielen Kopfschmerzpatienten erst sehr spät gestellt. Dabei kann eine rechtzeitige Diagnose viel Leiden mindern! Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie der Prozess der Diagnosestellung bei der Migräne abläuft und welche Untersuchungen für die Diagnose notwendig sind. 

Warum ist die Migräne Diagnose wichtig?

Nur wenn Ihre Kopfschmerzen eindeutig diagnostiziert sind, kann eine angemessene Behandlung erfolgen. Die Behandlung von Spannungskopfschmerzen ist eine ganz andere als die von Migräne. Umso wichtiger ist es, dass Sie Klarheit darüber haben, unter welcher Art von Kopfschmerzen Sie leiden. 

Zudem werden mit der Diagnose auch andere Erkrankungen, Verletzungen von Nerven oder weitere körperliche Ursachen der Kopfschmerzen ausgeschlossen. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Sicherheit, die Ihnen die Diagnose gibt. Sie wissen, woran Sie leiden! Sie haben eine Erklärung für Ihre Schmerzen und müssen kein schlechtes Gewissen haben. 

Vorteile einer klaren Diagnose

Klarheit für Sie bezüglich Ihrer Kopfschmerzen

Ausschluss anderer Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen

Abgrenzung
zu anderen Kopfschmerzarten

Adäquate Behandlung entsprechend der Diagnose

Wer diagnostiziert eine Migräne?

Vielleicht haben Sie schon meinen kurzen Test auf Migräne gemacht und einen ersten Anhaltspunkt. Die Diagnose Migräne kann aber nur von einem Arzt gestellt werden. Da es sich bei der Migräne um eine neurologische Erkrankung handelt, ist der zuständige Facharzt ein Neurologe. Aber auch Ihr Hausarzt ist in der Lage, diese Diagnose zu stellen. 

Bei wiederkehrenden Kopfschmerzen und einem Verdacht auf Migräne sollten Sie sich möglichst frühzeitig an Ihren behandelnden Arzt wenden. Dieser kann Sie an einen Neurologen verweisen um die Diagnose abzuklären und eine angemessene Behandlung mit Ihnen zu besprechen. 

Migräne Diagnose - Kurz & Knapp im Video

So läuft die Migräne Diagnose ab

Die Diagnostik der Migräne besteht aus einer ausführlichen Kopfschmerzanamnese sowie einer körperlichen und neurologischen Untersuchung. In seltenen Fällen werden weitere Zusatzuntersuchungen wie EEG oder MRT vorgenommen. 

Kopfschmerzanamnese

Migräne kann man nicht „messen“. Deswegen sind Ihre Angaben zu Ihren Kopfschmerzen die wichtigste Informationsquelle für die Diagnostik. In einem Arztgespräch werden unter anderem Begleitsymptome und die Häufigkeit der Kopfschmerzen besprochen. Denn anhand Ihrer Informationen kann der Arzt abklären, um welche Kopfschmerzart es sich handelt. 

Bereiten Sie sich auf das Arztgespräch möglichst gut vor! Besonders hilfreich ist es, wenn Sie über einige Wochen einen Kopfschmerzkalender führen und diesen zum Arztgespräch mitbringen. 

Körperliche und neurologische Untersuchung

Die körperliche und neurologische Untersuchung dient vor allem dem Ausschluss anderer Ursachen für Ihre Kopfschmerzen. Die folgenden Elemente können Bestandteil der ärztlichen Untersuchung sein:

  • Funktionstests (Hören, Mimik, Schlucken)
  • Prüfung Muskelreflexe
  • Prüfung Gleichgewichtssinn
  • Auffälligkeit in Pupillenreaktion
  • Untersuchung Kopf & Halswirbelsäule
  • Abhören des Herzes

Zusatzuntersuchungen

In der Regel braucht es für die Diagnose der Migräne keine weiteren Untersuchungen. Eine Migräne kann weder im MRT noch im EEG nachgewiesen werden. Um aber weitere Ursachen für Ihre Kopfschmerzen auszuschließen, werden in seltenen Fällen zusätzliche Untersuchungen im CT, EEG oder MRT durchgeführt. 

So können im MRT und CT beispielsweise Blutungen im Hirn nachgewiesen werden. Im EEG wird die hirnelektrische Aktivität gemessen, die eine hohe Erregbarkeit im Nervensystem nachweisen kann. Diese zusätzlichen Untersuchungen verursachen keine Schmerzen und dauern oft nur wenige Minuten. 

Ablauf Migräne Diagnostik im Überblick

Kopfschmerzanamnese

● Zentral für die Diagnose

● Ihre Angaben sind die wichtigste Informationsquelle

Gute Vorbereitung ist wichtig!

Körperliche & neurologische Untersuchung

● Muskelreflexe, Untersuchung Kopf & Halswirbelsäule

● Ziel: Ausschluss anderer Ursachen für Kopfschmerzen

Zusätzliche Untersuchungen

● Nur bei unklarer Diagnose

● z.B. CT, EEG oder MRT

Migräne Differenzialdiagnostik

Bei über 300 verschiedenen Kopfschmerzarten muss der untersuchende Arzt genau überprüfen, um welche Art der Kopfschmerzen es sich bei Ihnen handelt. Die Symptome der Migräne können denen von Spannungskopfschmerzen, Cluster-Kopfschmerzen oder medikamenteninduzierten Kopfschmerzen ähneln. Der medikamenteninduzierte Kopfschmerz kann bei einem Übergebrauch von Schmerzmitteln auftreten. 

Am besten können Sie Ihren Arzt bei der Differenzialdiagnostik unterstützen, indem Sie ein Kopfschmerztagebuch führen. Darin beschreiben Sie nicht nur Ihre Schmerzen sondern notieren auch die Medikamente, die Sie zur Schmerzlinderung eingenommen haben. 

Diagnose Migräne

Die Kriterien für die Diagnose der Migräne sind von der WHO klar definiert. Sind diese Kriterien bei Ihnen erfüllt, wird Ihr Arzt die Diagnose Migräne stellen. 

Es werden verschiedene Migräneformen unterschieden, von denen die Migräne ohne Aura und Migräne mit Aura am häufigsten verbreitet sind. Hier finden Sie eine Übersicht der häufigsten Migränediagnosen: 

  • Migräne ohne Aura 
  • Migräne mit Aura
  • Vestibuläre Migräne
  • Menstruelle Migräne
  • Hemiplegtische (familiäre) Migräne  
  • Retinale Migräne
  • Basilarismigräne
  • Chronische Migräne

Migräne - und jetzt?

Zunächst ist es wichtig, dass Sie gut über die Erkrankung aufgeklärt werden. Im besten Fall übernimmt das der Arzt, der Ihre Diagnose stellt. Aber auch darüber hinaus sollten Sie sich gut über die Migräne informieren

Zusätzlich zu den Informationen über Ihre Erkrankung sind es vor allem die Behandlungsmöglichkeiten, die nun eine wichtige Rolle spielen. Neben der medikamentösen Akutbehandlung gibt es viele nicht-medikamentöse Möglichkeiten, weiteren Migräneattacken vorzubeugen. 

Sie sind der Migräne nicht ausgeliefert! Mit den richtigen Strategien können Sie auch mit Migräne viel Lebensqualität erleben. 

Finden Sie heraus, wie Sie Ihre Migräne behandeln können!


Migräne behandeln

Migräne Behandlung besteht nicht nur aus Medikamenten! Lesen Sie nach, was Sie tun können, um Schmerzen zu lindern und Migräneattacken vorzubeugen! 

Über die Autorin

Franziska Bartels

Als Psychologin und Psychotherapeutin verstehe ich mich als Wegbegleiterin. Ich begleite Sie dabei, wieder mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit im Alltag zu haben. 

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